«Ich lese schon lange keine Zeitungen mehr»
In der Heimat wurde er schon als Junior gefeiert, derzeit verzückt er das Publikum in Gstaad. Im SpoWo-Interview spricht der Franzose Richard Gasquet über Druck, Ziele und Roger FedererRichard Gasquet, Sie sind hier in Gstaad nach siebenwöchiger Verletzungspause auf die Tour zurückgekehrt. Wie fühlen Sie sich?
Richard Gasquet: «Danke, es geht mir wieder gut. Ich hatte beim Rasenturnier im Londoner Queens Club gewaltige Rückenprobleme und konnte danach erst einmal drei Wochen gar nichts tun. Jetzt habe ich erst eine Woche hartes Training hinter mir. Es fehlt mir noch die Matchpraxis, aber sonst bin ich zufrieden.»
Sie sind Schwierigkeiten von frühester Kindheit an gewohnt. Schon mit neun Jahren wurden Sie in Frankreich zum Star der Zukunft hochstilisiert. Wie sind Sie mit diesem immensen Druck umgegangen?
«Am schwierigsten war es in der Phase zwischen 16 und 20. Ich wurde sehr früh als zukünftige Nummer 1 bezeichnet und stand stets im Scheinwerferlicht. Nie konnte ich etwas unbeobachtet machen. Mit der Zeit habe ich dann mehr Erfahrungen gesammelt, bin reifer geworden und habe gelernt, entspannter damit umzugehen. Und ich habe auch schon lange aufgehört, Zeitungen zu lesen. Wissen Sie, wenn ich mich über jeden negativen Artikel aufgeregt hätte, dann hätte ich ja nichts mehr anderes gemacht.»
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