Sermeter, der älteste ASL-Spieler
Für einen Fussballer ist Gürkan Sermeter steinalt. Schon fast 20 Jahre hält sich der Mittelfeldspieler von Bellinzona im Spitzenfussball. Und ist mittlerweile der älteste Spieler der Axpo-Superleague.Gürkan Sermeter läuft nicht am Stock. Er hat schon 17 Super-League-Jahre auf seinem Buckel – den man nicht sieht. Hörvermögen und Sehkraft sind ungetrübt. «Jaja, immer diese Sprüche über mein Alter», sagt er und lächelt. Mit seinen 36 Jahren ist er der älteste Spieler der Schweiz.
Älter als die Trainer Murat Yakin, Thun, und Uli Forte, St. Gallen. Er ist der Methusalem der Axpo Super League. Und irgendwie, sagt Sermeter jetzt mit ernster Miene, macht ihn das stolz. «Ist doch toll, dass ich noch immer in der höchsten Liga mitspielen kann.» Mitspielen? Dieses Wort passt nicht. Der Mittelfeldspieler gehört bei der AC Bellinzona zu den Teamstützen, hält die Tessiner seit zwei Jahren oberklassig. «Unser Ziel ist der achte Platz», sagt er über die neue Saison. «Wir haben neben Thun das kleinste Budget, da muss man realistisch bleiben.»
Champions League mit GC
An die Sprüche hat sich Sermeter gewöhnt. «Früher war es anders als heute.» Wie ist es denn heute? «Schau doch nur mal hinter dich», sagt er und zeigt im Restaurant auf einen Tisch, an dem sich seine Bellinzona-Teamkollegen Frank Feltscher und Jérôme Thiesson über den Oldie amüsieren.
Die beiden waren gerade einmal fünf Jahre alt, als Sermeter 1993 bei GC seinen ersten Profivertrag unterschrieb. «Das war hartes Brot. Ich musste den älteren Spielern oft das Material holen und mir meinen Platz hart erarbeiten. Heute wird es den Jungen zu leicht gemacht. Vielen fehlt der Biss und der absolute Wille. Das kann sich später rächen – zum Beispiel, wenn sie sich einmal durchbeissen müssen.»
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